Bauarbeiten am Venusberghang

Offene Fragen zum Transport schwerer Lasten

Für die geplante Seilbahn soll am Venusberghang eine Stütze auf dem Mittelweg, also mitten im Hang, errichtet werden.

Nach den bislang veröffentlichten Informationen wurden für den vorgesehenen Stützenstandort geotechnische Untersuchungen des Baugrundes durchgeführt. Diese Untersuchungen dienen der Beurteilung des Fundaments am geplanten Standort.

Allerdings wurden die Bohrungen nur bis in 25 Meter Tiefe durchgeführt.

Nach unserem Kenntnisstand beziehen sich diese Untersuchungen jedoch ausschließlich auf den eigentlichen Fundamentbereich der Stütze. Nicht öffentlich nachvollziehbar ist bislang, ob auch der Transportweg über den sogenannten Mittelweg sowie die Auswirkungen schwerer Baustellenfahrzeuge auf den Hang und die angrenzenden Böschungen geotechnisch untersucht wurden.

Gerade dieser Punkt wirft aus unserer Sicht wichtige Fragen auf.

Die Seilbahnstützen sollen als Fachwerkkonstruktionen in mehreren Einzelteilen angeliefert und vor Ort montiert werden. Auch wenn die einzelnen Bauteile zerlegt transportiert werden können, handelt es sich um große und schwere Stahlbauteile. Hinzu kommen Schwerlast-Lkw, Tieflader, Kräne und weitere Baufahrzeuge, die den Mittelweg während der Bauzeit mehrfach befahren müssen. Dadurch entstehen erhebliche Belastungen für einen Weg, der sich mitten in einem geologisch sensiblen Hangbereich befindet.

Aus unserer Sicht stellt sich außerdem die Frage, ob die langen Transportfahrzeuge die engen Kurven des Mittelwegs überhaupt ohne zusätzliche Eingriffe befahren können. Sollte dies nicht möglich sein, könnten Aufweitungen der Fahrbahn oder Eingriffe in den angrenzenden Waldbestand erforderlich werden. Ob hierfür Bäume entfernt oder Böschungen verändert werden müssten, ist aus den bisher veröffentlichten Unterlagen nicht ersichtlich. Auf entsprechende Nachfragen hat die Stadt Bonn bislang keine näheren Angaben gemacht.

Auf Nachfrage wurde erklärt, der beauftragte Bodengutachter habe die Einschätzung abgegeben, dass der Weg die Transporte grundsätzlich aushalte. Nach unserem Kenntnisstand liegt hierzu jedoch keine öffentlich zugängliche geotechnische Untersuchung oder nachvollziehbare Dokumentation vor, aus der hervorgeht,

  • ob die Tragfähigkeit des Mittelwegs detailliert untersucht wurde,

  • welche Fahrzeuggewichte und Achslasten zugrunde gelegt wurden,

  • ob die Befahrbarkeit der engen Kurven mit Schwerlasttransporten geprüft wurde,

  • ob mögliche Kurvenaufweitungen oder Eingriffe in den Waldbestand betrachtet wurden,

  • welche Auswirkungen auf Böschungen und Hangstabilität bewertet wurden,

  • ob Rangierflächen, Kranstandorte und Baustelleneinrichtungen berücksichtigt wurden,

  • und wie mögliche Veränderungen des Wasserhaushalts während der Bauzeit beurteilt wurden.

Gerade am Venusberghang, dessen geologische Empfindlichkeit wissenschaftlich seit vielen Jahren bekannt ist, halten wir diese Fragen für besonders wichtig. Der Hang schützt nicht nur einen wertvollen Naturraum, sondern auch die darunter liegenden Wohngebiete in Dottendorf.

Hinzu kommt, dass der Wald selbst eine wesentliche Schutzfunktion übernimmt. Seine Böden speichern Niederschläge, seine Vegetation stabilisiert den Hang, und das Wurzelwerk trägt dazu bei, Erosion und Hangbewegungen zu vermindern. Zusätzliche Belastungen durch Schwerlastverkehr, Bodenverdichtungen oder Eingriffe in den Waldbestand könnten diese Schutzfunktion beeinträchtigen und sollten daher sorgfältig untersucht werden.

Der Bonner Naturschutz e.V. fordert deshalb keine Vorverurteilung des Vorhabens, sondern eine vollständige und transparente geotechnische Bewertung aller Bauabläufe. Dazu gehören nicht nur das Fundament der Stütze, sondern ebenso die Transportwege über den Mittelweg, die Auswirkungen schwerer Fahrzeuge auf den Hang, mögliche Eingriffe in den Waldbestand sowie die Folgen für den Wasserhaushalt. Nur wenn diese Fragen nachvollziehbar beantwortet werden, lassen sich Risiken für Natur, Wald und die darunter liegenden Wohngebiete sachgerecht bewerten.

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Hangrutschungen am Venusberghang