3.300 Stimmen für den Naturschutz

Unsere Petition und die Reaktionen der Politik

Der Schutz des Venusberghangs ist für viele Menschen in Bonn weit mehr als ein lokales Thema. Der Wald oberhalb des Loki-Schmidt-Platzes ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, wichtiger Wasserspeicher, Erholungsraum und Teil eines geschützten Landschaftsraums.

Als deutlich wurde, dass die Legalisierung eines Mountainbike-Korridors im Landschaftsschutzgebiet geprüft werden sollte, beschlossen wir gemeinsam mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, ein Zeichen für den Erhalt dieses Naturraums zu setzen.

So entstand unsere Petition „Schützt das Landschaftsschutzgebiet am Venusberghang vor den Downhillern / Mountainbikern“.

Eine breite Unterstützung aus der Bürgerschaft

Die Petition blieb nicht auf das Internet beschränkt.

Über viele Monate hinweg informierten wir Bürgerinnen und Bürger an zahlreichen Infoständen in der Bonner Innenstadt über die Situation am Venusberghang. Gleichzeitig sammelten wir Unterschriften vor Ort, führten unzählige Gespräche und machten auf die bereits sichtbaren Schäden im Landschaftsschutzgebiet aufmerksam.

Unterstützt wurde die Petition unter anderem von den Bonner Kreisgruppen des BUND und NABU.

Das Ergebnis hat uns beeindruckt.

Mehr als 3.300 Bürgerinnen und Bürger unterstützten unsere Forderung nach einem besseren Schutz des Venusberghangs. Damit wurde das erforderliche Quorum deutlich erreicht und der Wunsch vieler Bonnerinnen und Bonner nach einem konsequenten Schutz des Landschaftsschutzgebietes sichtbar.

Übergabe an die Oberbürgermeisterin

Unser Ziel war es, die gesammelten Unterschriften persönlich an Oberbürgermeisterin Katja Dörner zu übergeben.

Zunächst wurde uns mitgeteilt, dass eine persönliche Übergabe nicht vorgesehen sei. Erst nachdem auch Vertreter der Presse ihr Interesse an einer Berichterstattung angekündigt hatten, kam es schließlich zu einem persönlichen Termin, bei dem wir die Petition offiziell überreichen konnten.

Für uns war diese Übergabe ein wichtiges Signal. Die Unterstützung von mehr als 3.300 Bürgerinnen und Bürgern verdient aus unserer Sicht eine angemessene öffentliche Wahrnehmung und einen offenen politischen Dialog.

Die politischen Reaktionen

Im weiteren Verfahren veröffentlichten die Ratsfraktionen ihre Stellungnahmen zur Petition.

Besonders enttäuschend war für uns, dass sich die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD gegen die zentralen Forderungen unserer Petition aussprachen.

Diese Haltung können wir nur schwer nachvollziehen.

Die Schäden im Landschaftsschutzgebiet sind bereits heute deutlich sichtbar. Freigelegte Baumwurzeln, verdichtete Böden, Erosionsrinnen und immer neue illegale Trails prägen inzwischen weite Bereiche des Waldes. Gleichzeitig weisen Fachgutachten seit Jahren auf die besondere Empfindlichkeit des Venusberghangs und seine Bedeutung für Natur, Wasserhaushalt und Hangstabilität hin.

Vor diesem Hintergrund hätten wir erwartet, dass der Schutz des Landschaftsschutzgebietes Vorrang erhält und zunächst Maßnahmen zur Begrenzung der bereits bestehenden Schäden im Mittelpunkt stehen.

Unser Engagement geht weiter

Auch wenn die Petition allein keine politische Entscheidung ersetzt, hat sie eines deutlich gemacht:

Viele Menschen in Bonn wünschen sich einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem einzigartigen Naturraum.

Für uns war die Petition deshalb kein Abschluss, sondern ein wichtiger Meilenstein.

Wir werden den weiteren politischen Prozess aufmerksam begleiten, neue Entwicklungen dokumentieren und uns weiterhin dafür einsetzen, dass der Venusberghang als wertvoller Natur- und Landschaftsraum dauerhaft erhalten bleibt.

Denn der Schutz eines Landschaftsschutzgebietes ist keine Frage einzelner Interessen – sondern eine Verantwortung gegenüber Natur, Umwelt und den kommenden Generationen.

Unser Fazit

Die Petition hat gezeigt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger aktiv für den Schutz des Venusberghangs einsetzen. Mehr als 3.300 Unterschriften sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Naturschutz und der Erhalt unserer Landschaftsschutzgebiete in Bonn auf breite Unterstützung stoßen.

Wir verstehen dieses Ergebnis als Auftrag, unser Engagement fortzusetzen: sachlich, transparent und im Dialog mit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

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Landschafts-Schutzgebiet unter zunehmendem Druck